
Bild: Alexander Migl / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)
Kurz zusammengefasst: Der Audi A2 e-tron ist seit dem 10. September 2026 bestellbar. Die ersten Fahrzeuge stehen ab Dezember 2026 bei den Händlern. Der Einstiegspreis liegt bei 38.200 Euro. Es gibt vier Leistungsstufen von 125 bis 240 kW und drei Batteriegrößen mit 52, 61 und 84 kWh. Die maximale Reichweite beträgt bis zu 646 Kilometer nach WLTP. Mit einem Verbrauch ab 12,8 kWh pro 100 Kilometer ist er laut Audi der effizienteste Audi aller Zeiten. Gebaut wird er in Ingolstadt.
Ein bekannter Name kehrt zurück
Den ersten Audi A2 gab es von 1999 bis 2005. Er war ein kleiner Wagen mit Aluminium-Karosserie und in der Version 1.2 TDI als „3-Liter-Auto“ besonders sparsam. Damals war er seiner Zeit voraus und verkaufte sich nur mäßig. Heute gilt er bei Fans als Klassiker. Der neue A2 e-tron greift die Idee auf: Er soll so wenig Energie wie möglich verbrauchen und trotzdem viel Platz bieten.
Optisch hat das neue Modell mit dem Vorgänger wenig gemein. Es ist ein kompakter Fünftürer mit langem Radstand von 2,77 Metern, kurzen Überhängen und einer flach abfallenden Dachlinie.
Die Versionen im Überblick
| Version | Batterie (brutto) | Reichweite (WLTP) | DC-Laden max. | 10–80 % | 0–100 km/h | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 125 kW | 52 kWh LFP | bis 423 km | 100 kW | 24 min | 8,8 s | 38.200 € |
| 140 kW | 61 kWh LFP | bis 515 km | 105 kW | 26 min | 7,9 s | 41.900 € |
| 170 kW | 84 kWh NMC | bis 646 km | 183 kW | 29 min | 7,0 s | 48.900 € |
| 240 kW | 84 kWh NMC | bis 630 km | 183 kW | 29 min | 5,7 s | 51.200 € |
Quelle: Audi Medieninformation vom 7. September 2026. Alle Versionen haben Heckantrieb. Die drei schwächeren Varianten fahren bis zu 160 km/h, das Topmodell bis zu 200 km/h.
Warum der A2 e-tron so sparsam ist
Effizienz steht bei diesem Modell im Mittelpunkt. Audi nennt mehrere Gründe:
- Aerodynamik: Der cw-Wert liegt bei 0,24. Das ist der beste Wert im Kompaktsegment von Audi. Ein steuerbarer Kühllufteinlass bleibt bei normaler Autobahnfahrt geschlossen, der Unterboden ist weitgehend glatt.
- Räder: Spezielle Aero-Räder und sogenannte Gap Reducer verringern den Spalt zwischen Rad und Radhaus und damit Verwirbelungen.
- Antrieb: Moderne permanenterregte Synchronmotoren und Leistungselektronik mit Siliziumkarbid-Halbleitern reduzieren Verluste.
- Getriebe: Polierte Zahnräder und dünnflüssige Öle senken die Reibung.
Der Bestwert von 12,8 kWh gilt für die 140-kW-Version mit optionalem Effizienzpaket. Zum Vergleich: Viele Elektro-SUVs verbrauchen 17 bis 20 kWh. Ein niedriger Verbrauch bedeutet geringere Stromkosten und mehr Reichweite aus einer kleineren Batterie.
Batterien: LFP und NMC
Die beiden kleineren Akkus mit 52 und 61 kWh nutzen LFP-Zellen in Cell-to-Pack-Bauweise. Die Zellen sind dabei direkt ins Batteriegehäuse eingeklebt, ohne einzelne Module. Das spart Platz. Die 84-kWh-Batterie besteht aus NMC-Zellen und ist den Versionen mit 170 und 240 kW vorbehalten.
Auffällig: Die Version mit 170 kW fährt weiter als das Topmodell mit 240 kW, obwohl beide den gleichen Akku haben. Der stärkere Antrieb kostet etwas Reichweite.
Laden und bidirektionale Funktionen
Die Ladeleistung ist eher moderat. Die großen Akkus laden mit bis zu 183 kW, die kleinen mit 100 bis 105 kW. Dafür steht die Leistung lange an: Von 10 auf 80 Prozent dauert es je nach Version 24 bis 29 Minuten. Der e-tron Routenplaner plant Ladestopps und heizt die Batterie vor.
Optional kann der A2 e-tron Strom abgeben:
- V2L: Geräte wie E-Bikes oder Laptops lassen sich über eine Steckdose im Kofferraum oder einen Adapter versorgen.
- V2H: In Deutschland, Österreich und der Schweiz kann das Auto über eine kompatible DC-Wallbox Strom ins Hausnetz einspeisen. Entladen wird nur zwischen 20 und 80 Prozent Ladestand.
Innenraum und Ausstattung
Serienmäßig gibt es ein 11,9-Zoll-Kombiinstrument und ein 12,8-Zoll-Touchdisplay im gebogenen Design. Der Kofferraum fasst 396 Liter, mit umgeklappter Rückbank 1.336 Liter. Die Versionen mit 170 und 240 kW haben zusätzlich einen kleinen Frunk mit 13 Litern. Neu ist das Fidlock-System: magnetische Halterungen für Becherhalter, Ladekabeltasche oder Spanngurte. Eine Smartphone-Ablage lädt zwei Handys gleichzeitig mit bis zu 25 Watt.
Schon die Grundausstattung umfasst Notbrems-, Ausweich- und Aufmerksamkeitsassistent, Abstandstempomat, Einparkhilfe und Rückfahrkamera. Gegen Aufpreis bremst der Assistent laut Audi sogar vor roten Ampeln bis zum Stillstand.
Produktion in Ingolstadt
Audi baut den A2 e-tron im Stammwerk Ingolstadt, zusammen mit Karosserien des Audi A3. Laut Hersteller kam das Modell 21 Monate schneller auf die Straße als vergleichbare Vorgänger. In der Fertigung nutzt Audi mehr als 1.200 vorhandene Komponenten, darunter rund 250 Roboter, die schon für andere Modelle im Einsatz waren. Außerdem stecken je nach Ausstattung mehr als 300 Bauteile mit recycelten Anteilen im Auto, etwa aus Stahl, Aluminium und Kunststoff. Die optionalen Stoffbezüge der Sportsitze bestehen vollständig aus recyceltem Polyester.
Begriffe kurz erklärt
- cw-Wert: Maß für den Luftwiderstand. Je kleiner, desto weniger Energie braucht das Auto bei hohem Tempo.
- Cell-to-Pack: Batteriezellen sitzen ohne Module direkt im Gehäuse.
- LFP / NMC: zwei Akku-Chemien. LFP ist günstiger und robust, NMC speichert mehr Energie.
- V2H: Vehicle-to-Home, das Auto als Stromspeicher fürs Haus.
- Rekuperation: Rückgewinnung von Energie beim Bremsen. Der A2 e-tron hat vier Stufen inklusive One-Pedal-Driving.
Kaufberatung
- Stadt und Pendeln: Die 125-kW-Version mit 52 kWh reicht für die meisten Alltagsstrecken.
- Bester Kompromiss: Die 140-kW-Version mit 61 kWh ist besonders sparsam und schafft über 500 Kilometer.
- Langstrecke: Die 170-kW-Version bietet die größte Reichweite.
- Abwarten: Erste unabhängige Tests sind erst nach Marktstart im Dezember zu erwarten. Wer nicht sofort ein Auto braucht, kann sie abwarten.
Ein günstigeres Elektroauto aus dem gleichen Konzern ist der VW ID. Polo. Weitere Modelle findest du im Überblick zu den E-Auto-Neuheiten und in der Rubrik Audi.










