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Hand hält ein iPhone mit geöffneter Siri-Oberfläche, die eine Erinnerung anlegt

Siri AI und iOS 27: Warum die neue Siri in der EU fehlt

Bild: Kārlis Dambrāns / CC BY 2.0 (Wikimedia Commons)

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Kurz zusammengefasst: Mit iOS 27, erschienen am 14. September 2026, hat Apple Siri AI eingeführt, eine von Grund auf neu gebaute Sprachassistenz mit eigener App. In der EU ist sie laut Apple zunächst nicht verfügbar. Apple begründet das mit dem Digital Markets Act (DMA). Die EU-Kommission sieht die Verantwortung dagegen bei Apple. Ein Starttermin für Europa ist nicht bekannt. Andere Apple-Intelligence-Funktionen funktionieren auch auf Deutsch.

Was ist Siri AI?

Siri AI ist Apples Antwort auf ChatGPT, Gemini und Alexa+. Statt fester Befehle soll die neue Siri natürliche Sprache verstehen und Zusammenhänge erfassen. Laut Apple gehören dazu:

  • eine eigene Siri-App, in der man auch tippen und frühere Unterhaltungen ansehen kann
  • persönlicher Kontext: Siri soll Informationen aus Nachrichten, Kalender oder Mail einbeziehen
  • Aktionen in Apps, etwa ein Foto bearbeiten und direkt verschicken
  • Visual Intelligence: Fragen zu dem, was die Kamera oder der Bildschirm gerade zeigt

Siri AI läuft auf Geräten mit Apple Intelligence, also unter anderem auf dem iPhone 18 Pro und dem iPhone Duo, aber auch auf älteren Pro-Modellen und Macs mit Apple-Chip.

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Warum fehlt Siri AI in der EU?

Der Digital Markets Act kurz erklärt

Der Digital Markets Act (DMA) ist ein EU-Gesetz für sehr große Plattformen, sogenannte „Gatekeeper“. Dazu zählt die EU auch Apple mit iOS. Der DMA verlangt unter anderem Interoperabilität: Konkurrenten sollen auf bestimmte Funktionen des Betriebssystems ähnlich zugreifen können wie die Apps des Herstellers selbst.

Apples Sicht

Apple hat im Juni 2026 erklärt, warum Siri AI mit iOS 27 und iPadOS 27 nicht in der EU startet. Nach Apples Darstellung würden die Interoperabilitätsregeln verlangen, dass auch fremde Sprachassistenten Zugriff auf private Nutzerdaten erhalten und Apps steuern dürfen, und zwar ohne ausreichende Schutzmechanismen. Apple schlug nach eigenen Angaben einen „Trusted System Agent“ und eine Einführung über 18 Monate vor. Die Kommission habe das abgelehnt.

Die Sicht der EU-Kommission

Die Kommission widerspricht. Laut Reuters und AP erklärte sie, Apple habe keine regelkonforme Lösung für die Interoperabilität vorgelegt und eine Ausnahme verlangt, die das Gesetz nicht vorsieht. Der DMA verbiete keine neuen Produkte. Die Entscheidung, Siri AI nicht anzubieten, sei allein Apples.

Wer recht hat, ist eine politische und juristische Frage. Für Nutzer zählt vor allem: Es gibt derzeit keinen Termin.

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Was in Deutschland trotzdem funktioniert

Funktion In der EU verfügbar?
Siri AI (neue Siri, Siri-App) nein, vorerst nicht
klassische Siri (Timer, Anrufe, HomeKit-Befehle) ja
Apple Intelligence auf Deutsch (Schreibwerkzeuge, Zusammenfassungen) ja
Bildbearbeitung und Image Playground ja, mit Tageslimits für Cloud-Funktionen

Die klassische Siri bleibt also erhalten. Licht schalten, Thermostate regeln oder einen Wecker stellen funktioniert weiterhin. Was fehlt, sind die neuen Gesprächs- und Kontextfähigkeiten.

Was bedeutet das fürs Smart Home?

Für ein Smart Home mit Apple Home ändert sich im Alltag wenig. Szenen, Automationen und einfache Sprachbefehle über iPhone, Apple Watch oder HomePod laufen wie bisher. Die Grundlage bildet der Standard Matter, den die neuen iPhones mit dem Funkchip N1 und Thread unterstützen. Komplexe Anfragen wie „Mach es gemütlich, wenn ich nach Hause komme, aber nur wenn es draußen dunkel ist“ wären mit Siri AI einfacher. In der EU muss man solche Abläufe weiter in der Home-App als Automation anlegen.

Alternativen zu Siri AI

Wer in Europa einen KI-gestützten Sprachassistenten nutzen möchte, hat Alternativen:

  1. ChatGPT-App mit Sprachmodus: Seit dem 7. Oktober 2026 nutzt sie GPT-6. Mehr in GPT-6 in ChatGPT erklärt.
  2. Google Gemini: Die App läuft auch auf dem iPhone, allerdings ohne tiefe Systemintegration.
  3. Amazon Alexa: Sie ist im Smart Home weit verbreitet und mit vielen Geräten kompatibel.

Keine dieser Apps kann auf dem iPhone so tief ins System greifen wie Siri. Genau darum geht es im Streit um den DMA.

Einordnung

Die Lage ist ungewöhnlich: Europäische Käufer zahlen für das iPhone 18 Pro und das iPhone Duo die vollen Preise, bekommen aber die wichtigste Software-Neuerung des Jahres nicht. Gleichzeitig lässt sich nachvollziehen, dass die EU fairen Wettbewerb bei Sprachassistenten durchsetzen will. Eine Einigung könnte am Ende auch Nutzern zugutekommen, weil sie dann zwischen mehreren tief integrierten Assistenten wählen könnten.

Weitere Themen rund um Sprachsteuerung findest du in der Rubrik Sprachassistenten. Den großen Überblick über neue KI-Modelle gibt KI im Herbst 2026.

Was Nutzer jetzt tun können

Wer in Deutschland ein aktuelles iPhone nutzt, muss auf Siri AI vorerst verzichten. Einige Schritte helfen trotzdem:

  1. Apple Intelligence aktivieren: Schreibwerkzeuge, Zusammenfassungen von Mitteilungen und die Fotosuche funktionieren in der EU. Sie lassen sich in den Einstellungen unter „Apple Intelligence & Siri“ einschalten.
  2. Kurzbefehle nutzen: Viele Abläufe, etwa „Ich fahre nach Hause“ mit Heizung, Licht und Navigation, lassen sich mit der Kurzbefehle-App automatisieren. Das klappt auch mit der klassischen Siri.
  3. Updates installieren: Sollte Apple Siri AI später in der EU freischalten, kommt das per Software-Update. Wer automatische Updates aktiviert, bekommt die Funktion ohne Umwege.
  4. Alternativen testen: ChatGPT- und Gemini-Apps lassen sich auf dem iPhone installieren und über die Aktionstaste oder Kurzbefehle schnell aufrufen.

Für Smart-Home-Nutzer gilt: Die Steuerung von HomeKit- und Matter-Geräten per Sprachbefehl funktioniert weiterhin mit der bisherigen Siri. Passende Geräte stellen wir in der Rubrik Beleuchtung vor.

Fazit

Siri AI ist in der EU vorerst nicht verfügbar, und ein Ende des Streits ist nicht absehbar. Die klassische Siri und viele Apple-Intelligence-Funktionen auf Deutsch bleiben nutzbar. Wer heute einen KI-Assistenten will, greift zu ChatGPT oder Gemini. Für das Smart Home ändert sich wenig.

Quellen

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NEX Redaktion

Die NEX-Redaktion erklärt Technik verständlich: Smartphones, E-Mobilität, Smart Home, KI, Gaming und IT-Sicherheit – unabhängig und faktenbasiert.

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