Anzeige
Überwachungskamera an der Ecke einer hellen Hausfassade unter blauem Himmel

Sicherheitskameras Herbst 2026: Ring, eufy, Reolink im Überblick

Bild: Dmitry G / Public domain (Wikimedia Commons)

Anzeige

Kurz zusammengefasst: Im Herbst 2026 kommen viele neue Sicherheitskameras. Ring bringt fünf Modelle, darunter drei Außenkameras mit Retinal 4K ab 149,99 Euro. eufy setzt auf Dual-Kameras mit Radar und lokalem Speicher, etwa die eufyCam E52 für 299 Euro. Reolink bringt mit dem Home Hub 2 eine lokale KI-Zentrale für rund 160 Euro. Shelly steigt mit einer Innenkamera für 40 Euro ein. Wer kauft, sollte vor allem auf Speicher, Abo-Kosten und Datenschutz achten.

Ring: 4K drinnen und draußen

Ring, eine Tochter von Amazon, hat am 7. Oktober 2026 fünf neue Kameras vorgestellt. Sie sind seitdem vorbestellbar.

  • Outdoor Camera 4K Plus (149,99 Euro): Retinal 4K, 140 Grad Sichtfeld und fünf Stromoptionen: Akku, Solar, Netzteil, Festverdrahtung oder PoE+.
  • Spotlight Camera 4K Plus (199,99 Euro): mit 550-Lumen-Scheinwerfer. Laut Ring die erste akkubetriebene 4K-Spotlight-Kamera der Marke.
  • Floodlight Camera 4K Plus (219,99 Euro): zwei Flutlichter mit zusammen 2.000 Lumen für Einfahrten und Gärten.
  • Indoor Camera 4K (99,99 Euro): 115 Grad Sichtfeld, Wi-Fi 6 und eine physische Abdeckung für die Linse.
  • Pan-Tilt Indoor Camera 2K (69,99 Euro): schwenkt 360 Grad, neigt 175 Grad und folgt Bewegungen automatisch.

„Retinal 4K“ ist Amazons Bezeichnung für eine Bildverarbeitung, die Details wie Gesichter oder Kennzeichen besser erkennbar machen soll. Für die Speicherung von Videos braucht man bei Ring in der Regel ein Abo („Ring Home“).

Anzeige

eufy: Dual-Kameras mit Radar

Anker hat unter der Marke eufy mehrere neue Kameras angekündigt, die ab November erhältlich sein sollen.

  • eufyCam E52 (299 Euro): zwei Kameras in einem Gehäuse. Oben eine feste 2K-Weitwinkelkamera, unten eine bewegliche 4K-Kamera mit bis zu achtfachem Zoom. Bewegungen erkennt sie per Radar. Ein 5-Watt-Solarpanel hilft bei der Stromversorgung. Aufnahmen landen auf einer microSD-Karte bis 512 GB.
  • SoloCam E50 (249 Euro): Einzelkamera für den Außenbereich.
  • TrackLight Cam S1 (299 Euro): schwenkbare 4K-Kamera mit Licht, das erkannte Personen verfolgt. Zwei Radarsensoren decken 180 Grad und bis zu zwölf Meter ab. Die Sirene erreicht bis zu 105 dB.
  • Video-Türklingel S4 (329 Euro)
  • NVR Security System E50 (knapp 1.000 Euro): Netzwerkrekorder mit 2-TB-Festplatte, acht Kanälen (erweiterbar auf 16) und KI-Videosuche.

Ein großer Vorteil von eufy ist der lokale Speicher. Ein Abo ist für die Grundfunktionen nicht nötig.

Reolink und Shelly

Reolink bringt den Home Hub 2 für rund 160 Euro. Er speichert Aufnahmen lokal und übernimmt KI-Berechnungen. Ab frühestens Dezember soll eine Funktion namens Custom AI Detection folgen. Sie erkennt nicht nur Bewegung, sondern auch Zustände: Steht das Fahrrad noch da? Ist die Gartentür offen? Laut heise ist die Funktion kostenlos.

Shelly stellte auf der IFA seine erste Kamera vor. Die kugelrunde Shelly Camera für Innenräume kostet 40 Euro und filmt in Full HD. Sie speichert lokal auf einer Speicherkarte. Für die Erkennung von Personen oder Tieren braucht sie aber die Cloud.

Anzeige

Bosch bietet mit Eyes+ für 3 Euro im Monat eine Gesichtserkennung für seine Kameras der zweiten Generation an.

Vergleich der Neuheiten

Modell Auflösung Speicher Preis
Ring Outdoor Camera 4K Plus 4K Cloud (Abo) 149,99 €
Ring Indoor Camera 4K 4K Cloud (Abo) 99,99 €
eufyCam E52 2K + 4K lokal (microSD) 299 €
eufy TrackLight Cam S1 4K lokal 299 €
Reolink Home Hub 2 – lokal ca. 160 €
Shelly Camera Full HD lokal/Cloud 40 €

Preise laut Herstellern, ComputerBase, connect und heise, Stand Oktober 2026.

Und Matter?

Seit Matter 1.5 unterstützt der Smart-Home-Standard auch Kameras. Bisher hat das aber kaum Folgen. Nur Samsung SmartThings unterstützt Matter-Kameras. Die meisten neuen Modelle von Ring, eufy und Reolink funktionieren weiter nur mit der App des Herstellers und teilweise mit Alexa oder Google Home. Mehr dazu in unserem Smart-Home-Überblick.

Rechtliches: Was ist erlaubt?

In Deutschland darfst du dein eigenes Grundstück filmen. Öffentliche Wege, Straßen und das Grundstück des Nachbarn dürfen dagegen nicht dauerhaft erfasst werden. Viele Kameras bieten dafür Privatzonen, mit denen du Bereiche im Bild schwärzt. Wenn Besucher oder Paketboten gefilmt werden, ist ein Hinweisschild sinnvoll. Bei Mietwohnungen solltest du Kameras im Treppenhaus nur nach Absprache mit Vermieter und Nachbarn installieren. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  1. Speicher: Lokal auf Karte oder Rekorder ist günstiger und privater. Cloud-Speicher ist bequemer und schützt vor Diebstahl der Kamera.
  2. Abo-Kosten: Rechne über drei bis fünf Jahre. Ein Abo für wenige Euro im Monat summiert sich.
  3. Stromversorgung: Akku-Kameras sind flexibel, müssen aber geladen werden. Solar hilft, ist aber im Winter schwächer.
  4. Nachtsicht: Farbige Nachtaufnahmen brauchen Licht. Kameras mit Scheinwerfer liefern nachts bessere Bilder.
  5. Datenschutz: Prüfe Verschlüsselung, Serverstandort und ob Funktionen wie Gesichtserkennung lokal laufen.

Sicherheit der Kamera selbst

Eine Kamera, die schlecht gesichert ist, wird selbst zum Risiko. Aktiviere die Zwei-Faktor-Anmeldung in der App, nutze ein starkes Passwort und installiere Updates. Weitere Tipps findest du in unserer Rubrik Sicherheit.

Welche Kamera passt zu wem?

  • Mietwohnung, kleines Budget: Eine Innenkamera wie die Shelly Camera oder die Ring Pan-Tilt Indoor Camera 2K reicht, um Haustiere oder die Wohnung im Urlaub im Blick zu behalten.
  • Einfamilienhaus mit Einfahrt: Eine Flutlichtkamera wie die Ring Floodlight Camera 4K Plus oder die eufy TrackLight Cam S1 leuchtet große Flächen aus und schreckt ab.
  • Kein Abo gewünscht: eufy und Reolink speichern lokal. Die Grundfunktionen laufen ohne monatliche Kosten.
  • Großes Grundstück, viele Kameras: Ein Rekorder-System wie das eufy NVR E50 oder Reolink mit Home Hub 2 zeichnet dauerhaft auf und bündelt alle Kameras.

Begriffe kurz erklärt

  • PoE: Power over Ethernet, Strom und Daten über ein Netzwerkkabel.
  • NVR: Netzwerk-Videorekorder für lokale Daueraufzeichnung.
  • Radar-Erkennung: erkennt Bewegungen genauer als einfache Infrarotsensoren.
  • Privatzone: Bereich im Bild, der nicht aufgezeichnet wird.

Alle Artikel zum Thema findest du in der Rubrik Sicherheitskameras.

Quellen

Anzeige
NEX Redaktion

Die NEX-Redaktion erklärt Technik verständlich: Smartphones, E-Mobilität, Smart Home, KI, Gaming und IT-Sicherheit – unabhängig und faktenbasiert.

Ähnliche Beiträge