
Speicherpreise im Oktober 2026: RAM, SSD, HDD und Grafikkarten
Bild: Wilbysuffolk / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)
Kurz zusammengefasst: Die Speicherkrise geht weiter. Laut PC Games Hardware (PCGH) liegt der Preisindex für DDR5-Arbeitsspeicher im Oktober 2026 bei 559 Prozent des Niveaus von Juli 2025. Ein Kit mit 2 × 16 GB DDR5-6000 kostet mindestens 447 Euro. Auch SSDs (Index 247 Prozent), Festplatten (258 Prozent) und Grafikkarten (165 Prozent) sind deutlich teurer. Eine schnelle Entspannung erwartet die Branche nicht. Manche Analysten rechnen erst 2029 oder später mit sinkenden Preisen.
Warum ist Speicher so teuer?
Speicherchips für Arbeitsspeicher (DRAM) und SSDs (NAND) werden von wenigen großen Herstellern gebaut. Seit 2025 kaufen Betreiber von KI-Rechenzentren riesige Mengen davon. Die Hersteller verdienen dort mehr und liefern weniger Chips für normale PCs. Das Ergebnis: Das Angebot für Privatkunden ist knapp, die Preise steigen.
Arbeitsspeicher: DDR5 und DDR4
| Produkt | Preis ab (Oktober 2026) |
|---|---|
| 2 × 16 GB DDR5-6000 | 447 € |
| 2 × 16 GB DDR5-6000 CL28 | 493 € |
| Kingston Fury Beast 32 GB (Sep. 2025: 114 €) | 579 € |
| 2 × 48 GB DDR5-6400 | 2.279 € |
Preise laut PCGH, Stand Oktober 2026.
Der DDR5-Index stieg gegenüber September um 2,7 Prozent. Laut PCGH wären es ohne einen einzelnen Ausreißer nach unten sogar 7,3 Prozent. Auch DDR4 ist nicht mehr günstig: Hier stieg der Preis laut PCGH um 19 Prozent im Vergleich zum Vormonat. ComputerBase beobachtet in seinem Preischeck ebenfalls weiter steigende Aufschläge beim RAM.
SSDs: Große Modelle lohnen sich mehr
Bei SSDs liegt der Index laut PCGH bei 247 Prozent. Interessant ist der Preis pro Terabyte:
| SSD | Preis ab | Preis pro TB |
|---|---|---|
| 4 TB, PCIe 4.0 | 449 € | 112,25 € |
| 1 TB | – | ab 144 € |
| 8 TB | 1.587 € | ca. 198 € |
| 4 TB, PCIe 5.0 | 699 € (vorher 499 €) | ca. 175 € |
Angaben laut PCGH.
Das heißt: 4-TB-Modelle mit PCIe 4.0 bieten aktuell das beste Verhältnis von Preis zu Speicherplatz. Kleinere SSDs sind pro Terabyte deutlich teurer. Eine PCIe-5.0-SSD brauchst du zum Spielen in der Regel nicht.
Festplatten: Auch HDDs werden teurer
Selbst klassische Festplatten sind betroffen, der Index liegt bei 258 Prozent. Eine 22-TB-Festplatte kostet laut PCGH ab 699 Euro, also rund 31,77 Euro pro Terabyte. Bei kleinen Größen lohnen sich Festplatten kaum noch: Eine 1-TB-HDD kostet mit 126 Euro sogar mehr als eine SATA-SSD mit 113 Euro. Toshiba will laut PCGH seine HDD-Produktion bis März 2028 verdoppeln.
Grafikkarten
| Grafikkarte | Preis ab | Veränderung |
|---|---|---|
| GeForce RTX 5070 | 834 € | +104 € |
| GeForce RTX 5090 | 6.790 € | +29 % |
| Radeon RX 9060 XT 8 GB | 499 € | – |
Laut PCGH, Stand Oktober 2026. Der Grafikkarten-Index liegt bei 165 Prozent.
Grafikkarten brauchen schnellen Grafikspeicher. Deshalb trifft die Krise auch sie. Besonders das Spitzenmodell RTX 5090 ist für die meisten Spieler kaum noch bezahlbar.
Der Blick von ComputerBase
ComputerBase verfolgt jeden Monat die Preise von je zwölf beliebten Produkten. Verglichen wird mit Mitte September 2025. Mitte Oktober 2026 zahlte man für Arbeitsspeicher im Durchschnitt 419 Prozent mehr, im Vormonat waren es noch 370 Prozent. Festplatten und SSDs lagen jeweils bei einem Plus von 146 Prozent.
| Produkt | Sep. 2025 | Okt. 2026 |
|---|---|---|
| Crucial Pro 32 GB DDR5 | 84 € | 490 € |
| G.Skill Aegis 32 GB DDR4 | 69 € | 256 € |
| Kingston NV3 1 TB SSD | 50 € | 144 € |
| Samsung 990 Pro 2 TB SSD | 146 € | 359 € |
| WD Red Plus 8 TB HDD | 170 € | 350 € |
Werte laut ComputerBase-Preischeck.
ComputerBase warnt außerdem vor vielen kleinen, unbekannten eBay-Händlern. Sie bieten Speicher teils deutlich günstiger an, es besteht aber ein Risiko, nicht die gewünschte Ware zu bekommen.
Wie geht es weiter? Die Prognosen
Die Aussagen aus der Branche gehen auseinander. Wichtig: Das sind Prognosen, keine festen Tatsachen.
- TrendForce erwartet laut PCGH im vierten Quartal 2026 weitere Preissteigerungen: DRAM plus 10 bis 15 Prozent, NAND plus 15 bis 20 Prozent.
- Barclays rechnet frühestens 2029 mit Entspannung.
- Der Chef von SK Hynix spricht sogar von Ende 2030.
- Der Chef von Acer sieht das laut PCGH optimistischer.
Microsoft arbeitet laut PCGH außerdem daran, den Speicherbedarf von Windows 11 zu senken. Das würde ältere PCs mit weniger RAM entlasten.
Kauftipps in der Speicherkrise
- Händler prüfen: Achte auf Bewertungen und Lieferzeit. Sofort lieferbare Ware ist laut PCGH oft deutlich teurer als der Bestpreis.
- Groß kaufen bei SSDs: 4 TB sind pro Terabyte am günstigsten.
- DDR4 behalten: Wenn dein PC noch DDR4 nutzt, kann sich Aufrüsten statt Neukauf lohnen.
- Gebrauchtes RAM testen: Prüfe gebrauchte Module mit einem Speichertest wie Memtest86+.
- HDD für Backups: Für große Datenmengen und Sicherungen sind Festplatten mit 20 TB und mehr weiterhin sinnvoll.
Wie du trotz hoher Preise einen guten Spielerechner zusammenstellst, zeigt unser Ratgeber zum Gaming-PC für 1.000 Euro. Wenn du einen Laptop suchst, hilft unser Windows-Laptop-Vergleich.
Für wen ist das wichtig?
- PC-Bastler: Plane Aufrüstungen genau und vergleiche Preise über mehrere Wochen.
- Laptop-Käufer: Auch Notebooks werden teurer, weil RAM und SSD verbaut sind.
- Smartphone-Käufer: Speicherchips stecken auch in Handys. Höhere Preise sind dort ebenfalls möglich.
Begriffe kurz erklärt
- DRAM: Arbeitsspeicher, der Daten nur speichert, solange Strom fließt.
- NAND: Flash-Speicher in SSDs und USB-Sticks.
- Preisindex: Vergleichswert. 559 Prozent bedeutet: mehr als das Fünffache des Ausgangspreises.
- CL (CAS-Latenz): Wartezeit des Speichers. Ein niedrigerer Wert ist schneller.
Mehr zu PC-Hardware findest du in der Rubrik Komponenten.










