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Silberner Prototyp des neuen Tesla Roadster bei einer Präsentation vor Publikum

Tesla Roadster mit SpaceX-Düsen: Wie viel „fliegendes Auto“ steckt drin?

Bild: Smnt / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

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Kurz zusammengefasst: Tesla hat am Abend des 15. Oktober 2026 (US-Zeit) den neuen Roadster auf dem SpaceX-Testgelände in McGregor, Texas, gezeigt. Bei der Vorführung fuhr der Sportwagen dank Saugventilatoren kopfüber auf einer Rampe. Mit Kaltgas-Düsen auf SpaceX-Basis drehte er sich in der Luft, sprang über Fahrzeuge und schwebte kontrolliert zu Boden. Ein echtes „fliegendes Auto“ ist er trotzdem nicht. Die flugfähige Version „Rocket“ ist ein Einsitzer, wird nur auf Einladung verkauft und ist nicht für öffentliche Straßen zugelassen. Die Produktion soll 2028 beginnen.

Rückblick: ein Versprechen von 2017

Der neue Roadster wurde erstmals im November 2017 als Prototyp gezeigt. Damals versprach Tesla eine Auslieferung ab 2020 und eine Reichweite von 620 Meilen (rund 1.000 km). Daraus wurde nichts. Elon Musk verschob den Wagen mehrfach und kündigte über die Jahre eine „SpaceX-Option“ mit Raketendüsen an. Die Vorführung im Oktober 2026 ist der erste öffentliche Beleg, dass diese Technik tatsächlich existiert.

Was bei der Vorführung passierte

Laut Berichten von Reuters, AP und Engadget bestand die Show aus mehreren Teilen:

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  1. Fahren an der Decke: Ventilatoren unter dem Wagen erzeugen Unterdruck und saugen das Auto an die Fahrbahn. Damit fuhr der Roadster kopfüber durch eine Rampe.
  2. Drehung in der Luft: Kaltgas-Düsen, abgeleitet von SpaceX-Steuertriebwerken, drehten den Wagen nach einem Sprung.
  3. Sprung über Fahrzeuge: Der Roadster sprang über parkende Autos.
  4. Schwebende Landung: Die Düsen bremsten den Fall ab, sodass das Auto sanft aufsetzte.

Begriffe erklärt

  • Kaltgas-Düse: Ein Triebwerk, das komprimiertes Gas, etwa Druckluft oder Stickstoff, ohne Verbrennung ausstößt. SpaceX nutzt solche Düsen zur Lagesteuerung von Raketenstufen. Sie liefern kurze, präzise Schübe, aber keinen dauerhaften Auftrieb.
  • Saugventilator (Fan Car): Ein Gebläse, das Luft unter dem Fahrzeug absaugt und so zusätzlichen Anpressdruck erzeugt. Die Idee stammt aus dem Motorsport. Der Brabham BT46B gewann 1978 damit ein Formel-1-Rennen.

Drei Versionen, drei Preisklassen

Version Merkmale Anzahlung
Performance 0–60 mph in unter 1,6 s, Straßenversion 50.000 US-Dollar
Thrust mit Kaltgas-Düsen, 0–60 mph in unter 1 s 250.000 US-Dollar
Rocket Einsitzer mit „vollem Flugsystem“, nur auf Einladung nicht öffentlich

Tesla nennt für den Roadster eine Höchstgeschwindigkeit von über 230 mph (rund 370 km/h) und eine Reichweite von über 300 Meilen (rund 480 km). Das ist weniger als die Hälfte der 2017 versprochenen 620 Meilen. Euro-Preise und ein Termin für Europa wurden bisher nicht genannt.

Ist das ein fliegendes Auto?

Kurz gesagt: nein, zumindest nicht im Sinne eines Fahrzeugs, das von A nach B fliegt. Die Düsen erzeugen kurze Schübe für Sprünge, Drehungen und eine gebremste Landung. Für einen echten Flug bräuchte es dauerhaften Auftrieb durch Rotoren oder Flügel, eine Zulassung durch Luftfahrtbehörden wie die FAA oder die europäische EASA und einen Piloten mit Lizenz. Nichts davon hat Tesla vorgestellt. Die Rocket-Version ist laut Tesla nicht für den öffentlichen Straßenverkehr gedacht. Wo und wie Kunden sie nutzen dürfen, ist offen.

Echte „Flugautos“ entwickeln andere Firmen, etwa Alef Aeronautics oder Hersteller von eVTOL-Lufttaxis. Sie setzen auf Rotoren und Batterien, nicht auf Druckgas.

Kritische Einordnung

  • Zeitplan: Tesla hat den Roadster bereits um rund acht Jahre verschoben. Der Produktionsstart 2028 ist eine Ankündigung, keine Garantie.
  • Zulassung: Ein Straßenauto mit Gasdüsen wirft in der EU Fragen auf, etwa zu Fußgängerschutz, Lärm und Druckbehältern. Ob die Thrust-Version hier zugelassen werden kann, ist offen.
  • Show-Effekt: Die Vorführung fand auf einem abgesperrten Testgelände statt. Wie oft die Düsen nachgefüllt werden müssen und was das im Alltag bedeutet, hat Tesla nicht erklärt.
  • Anzahlungen: 250.000 US-Dollar für eine Reservierung sind eine erhebliche Summe für ein Fahrzeug, das frühestens in zwei Jahren gebaut wird.

Was bedeutet das für Tesla?

Für Tesla ist der Roadster vor allem ein Imageprodukt. Das Volumengeschäft machen Model 3 und Model Y. Die Show lenkt Aufmerksamkeit auf die Verbindung zwischen Tesla und SpaceX, hinter denen beiden Elon Musk steht. Wer sich für das Kerngeschäft interessiert, findet weitere Themen in unserer Rubrik Tesla und im Bereich Autos. Wie KI auch in Fahrzeugen eine wachsende Rolle spielt, zeigt unser KI-Überblick für den Herbst 2026.

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Technische Hürden und offene Fragen

Bevor ein solches Fahrzeug in Serie geht, muss Tesla einige grundlegende Fragen beantworten:

  1. Zulassung: In der EU braucht jedes Auto eine Typgenehmigung. Ob Kaltgasdüsen an einem Straßenfahrzeug genehmigungsfähig sind, ist offen. Behörden prüfen dabei unter anderem Lärm, Druckbehälter und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer.
  2. Sicherheit der Druckbehälter: Gas unter hohem Druck ist bei einem Unfall ein zusätzliches Risiko. Hier gelten strenge Normen, wie man sie von Erdgas- und Wasserstoffautos kennt.
  3. Versicherung: Versicherer müssen ein Fahrzeug mit extremer Beschleunigung und Spezialtechnik erst bewerten. Hohe Prämien sind wahrscheinlich.
  4. Liefertermin: Tesla hat beim Roadster mehrfach Termine verschoben. Ein konkreter, verlässlicher Auslieferungsbeginn für Europa ist nicht bekannt.

Was „Saugsystem“ bedeutet

Mit dem Begriff ist ein Lüftersystem gemeint, das Luft unter dem Fahrzeug absaugt. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der das Auto auf die Straße presst. Das Prinzip ist aus dem Motorsport bekannt und erhöht die Haftung in Kurven, auch bei geringer Geschwindigkeit. Weitere Elektroauto-Themen findest du in der Rubrik Autos.

Fazit

Der neue Roadster ist technisch spektakulär und als Show gelungen. Ein fliegendes Auto ist er nicht, und vieles bleibt vage: Europa-Preise, Zulassung und ein belastbarer Liefertermin. Realistisch betrachtet ist er ein extrem schneller Elektro-Sportwagen mit einer teuren Stunt-Option. Ob er 2028 tatsächlich vom Band läuft, wird Tesla erst beweisen müssen.

Quellen

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NEX Redaktion

Die NEX-Redaktion erklärt Technik verständlich: Smartphones, E-Mobilität, Smart Home, KI, Gaming und IT-Sicherheit – unabhängig und faktenbasiert.

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