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Kleiner Laptop zeigt bunte, verzerrte Bildschirmmuster, ausgelöst durch ein Schadprogramm

Antivirus-Test 2026: Reicht der Microsoft Defender unter Windows 11?

Bild: BrayLockBoy / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

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Kurz zusammengefasst: Das Prüflabor AV-TEST hat im Juli und August 2026 insgesamt 15 Sicherheitsprogramme für Windows 11 getestet. Das Ergebnis ist erfreulich: Alle erreichen mindestens 17,5 von 18 Punkten und damit die Auszeichnung TOP PRODUCT. Zwölf Programme holen die volle Punktzahl. Der kostenlose Microsoft Defender schützt laut AV-TEST zu 100 Prozent, bremst den PC aber an einer Stelle etwas stärker. Für die meisten Privatnutzer reicht der eingebaute Schutz, wenn du ihn richtig nutzt und Windows aktuell hältst.

So testet AV-TEST

AV-TEST ist ein unabhängiges Institut aus Magdeburg. Es prüft Virenschutz-Programme alle zwei Monate. Die Programme laufen dabei mit Standardeinstellungen und in der jeweils aktuellen Version. Sie dürfen sich jederzeit aktualisieren und ihre Cloud-Dienste nutzen.

Bewertet werden drei Bereiche mit jeweils bis zu 6 Punkten:

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  • Schutzwirkung: Wie gut erkennt und blockiert das Programm echte Angriffe und Schadsoftware?
  • Geschwindigkeit: Wie stark bremst das Programm den PC bei alltäglichen Aufgaben wie Surfen, Downloads oder dem Installieren von Software?
  • Benutzbarkeit: Wie oft schlägt das Programm fälschlicherweise Alarm?

Die Höchstwertung sind 18 Punkte. Ab 10 Punkten gibt es das AV-TEST-Prüfsiegel, ab 17,5 Punkten zusätzlich die Auszeichnung TOP PRODUCT.

Die Ergebnisse im Überblick

Programm Schutz Tempo Benutzbarkeit
AhnLab V3 Internet Security 6 6 6
Avast Free Antivirus 6 6 6
AVG Antivirus Free 6 6 6
Avira Internet Security 6 6 6
Bitdefender Total Security 6 6 6
ESET Security Ultimate 6 6 6
F-Secure Total 6 6 6
K7 Total Security 6 6 6
Kaspersky Premium 6 6 6
Malwarebytes Premium 6 6 6
McAfee Total Protection 6 6 6
Norton 360 6 6 6
Spyhunter 5,5 6 6
Microsoft Defender 6 5,5 6
TotalAV 6 5,5 6

Angaben laut AV-TEST, Testzeitraum Juli bis August 2026, Windows 11.

Auffällig: Mit Avast Free und AVG Antivirus Free sind zwei kostenlose Programme unter den Produkten mit voller Punktzahl. Ein guter Schutz muss also nicht zwingend Geld kosten.

Microsoft Defender im Detail

Der Microsoft Defender ist in Windows 11 bereits eingebaut und kostet nichts. Im Test erreicht er beim Schutz die volle Punktzahl. Laut AV-TEST erkannte er 100 Prozent von 297 Angriffen mit ganz neuer Schadsoftware, sogenannten Zero-Day-Angriffen. Auch von 12.543 bekannten Schadprogrammen der Vergleichssammlung erkannte er alle. Fehlalarme gab es im Test keine.

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Einen halben Punkt Abzug gibt es bei der Geschwindigkeit. Laut AV-TEST dauerte das Installieren von Programmen auf einem Standard-PC mit Defender 44 Prozent länger als ohne Schutzsoftware. Im Alltag merkst du das vor allem, wenn du viele Programme installierst. Beim normalen Surfen und Arbeiten fällt es kaum ins Gewicht.

Kostenlos oder kostenpflichtig?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt grundsätzlich, einen Virenschutz und eine Firewall zu aktivieren. Kostenlose Versionen bieten laut BSI meist weniger Funktionen als Kaufversionen.

Kaufprogramme wie Norton 360, Bitdefender Total Security oder McAfee Total Protection bringen oft Extras mit. Dazu gehören etwa ein Passwort-Manager, ein VPN, Kindersicherung oder Schutz für mehrere Geräte und Betriebssysteme. Ob du das brauchst, hängt von deinem Alltag ab. Viele dieser Funktionen gibt es auch als eigene Programme, zum Beispiel einen Passwort-Manager mit Passkeys oder einen VPN-Dienst.

Mehr als ein Virenscanner: Langzeittest

Am 21. Oktober 2026 hat AV-TEST außerdem einen Dauertest über sechs Monate mit 13 Sicherheitspaketen unter Windows 11 veröffentlicht. Darin geht es um Trojaner, Erpressersoftware (Ransomware), Datendiebe, Phishing und Spam. Solche Langzeittests zeigen, ob ein Programm dauerhaft zuverlässig schützt und nicht nur in einer einzelnen Testrunde.

So nutzt du deinen Virenschutz richtig

Ein Virenscanner ist nur ein Baustein. Das BSI nennt weitere wichtige Punkte:

  • Updates installieren: Halte Windows, Browser und alle Programme aktuell. Viele Angriffe nutzen bekannte Lücken. Wie das aktuelle Windows-Update aussieht, liest du in unserem Artikel zum Patchday im Oktober 2026.
  • Nur einen Virenscanner nutzen: Zwei gleichzeitig aktive Programme können sich gegenseitig stören. Installierst du ein Kaufprogramm, schaltet Windows den Defender in der Regel automatisch in den passiven Modus.
  • Programme aus sicheren Quellen laden: Lade Software am besten direkt von der Seite des Herstellers.
  • Firewall eingeschaltet lassen: Die Windows-Firewall ist standardmäßig aktiv. Schalte sie nicht ab.
  • Vorsicht bei E-Mails: Ein Virenscanner fängt nicht jede betrügerische Mail ab. Wie du Phishing erkennst, erklären wir in unserem Phishing-Ratgeber.

So prüfst du, ob der Defender aktiv ist

  1. Öffne die Einstellungen und wähle Datenschutz und Sicherheit.
  2. Klicke auf Windows-Sicherheit und dann auf Viren- und Bedrohungsschutz.
  3. Dort siehst du, ob der Schutz aktiv ist und wann die letzte Überprüfung lief.
  4. Unter Schutz vor Ransomware kannst du zusätzlich den überwachten Ordnerzugriff einschalten.

Für wen lohnt sich was?

  • Für die meisten Privatnutzer: Der kostenlose Microsoft Defender reicht, wenn Windows aktuell ist und du vorsichtig surfst.
  • Für Familien mit vielen Geräten: Ein Kaufpaket mit Kindersicherung und Lizenzen für Android, iPhone und Mac kann praktisch sein.
  • Für Nutzer, die oft Software installieren: Programme mit voller Punktzahl beim Tempo bremsen etwas weniger.
  • Für alle, die kostenlos bleiben wollen, aber mehr Funktionen möchten: Avast Free und AVG Free haben im Test ebenfalls die volle Punktzahl erreicht.

Weitere Ratgeber findest du in der Kategorie Antivirus.

Begriffe kurz erklärt

  • Schadsoftware (Malware): Programme, die deinem Gerät oder deinen Daten schaden sollen, etwa Viren oder Trojaner.
  • Zero-Day-Angriff: Ein Angriff mit ganz neuer Schadsoftware oder einer noch unbekannten Lücke.
  • Ransomware: Erpressersoftware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert.
  • Fehlalarm: Der Virenscanner hält ein harmloses Programm fälschlich für gefährlich.
  • Firewall: Ein Schutz, der unerwünschte Verbindungen ins Netzwerk und aus dem Netzwerk blockiert.

Quellen

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NEX Redaktion

Die NEX-Redaktion erklärt Technik verständlich: Smartphones, E-Mobilität, Smart Home, KI, Gaming und IT-Sicherheit – unabhängig und faktenbasiert.

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