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Großer Angelhaken aus Metall vor einem farbigen Hintergrund als Symbol für Phishing

Phishing im Oktober 2026: Diese Maschen nutzen Betrüger gerade

Bild: AntanO / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

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Kurz zusammengefasst: Im Oktober 2026 verschicken Betrüger wieder viele gefälschte Mails. Laut dem Phishing-Radar der Verbraucherzentrale geben sie sich unter anderem als easybank, Volksbanken Raiffeisenbanken, ING, comdirect, Amazon und ELSTER aus. Die Tricks sind fast immer gleich: Zeitdruck, eine angedrohte Sperre und ein Link in der Mail. Hier erfährst du, welche Maschen gerade kursieren, woran du sie erkennst und was du tun solltest.

Was ist Phishing?

Beim Phishing versuchen Kriminelle, an deine Zugangsdaten, Kartendaten oder TANs zu kommen. Dazu verschicken sie Mails, die aussehen, als kämen sie von deiner Bank, einem Online-Shop oder einer Behörde. Ein Link führt auf eine gefälschte Webseite. Gibst du dort deine Daten ein, landen sie direkt bei den Betrügern.

Laut BSI sind gefälschte Mails heute oft sehr professionell gemacht. Tippfehler oder eine unpersönliche Anrede sind nur noch selten ein eindeutiges Zeichen. Du solltest also auch bei gut geschriebenen Mails wachsam bleiben.

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Die aktuellen Maschen im Überblick

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wertet Mails aus, die Verbraucher an sie weiterleiten. Diese Beispiele hat sie im Oktober 2026 veröffentlicht:

Datum Absender (gefälscht) Masche
22. Oktober easybank Angeblich verpflichtende Aktivierung der Echtzeit-Überweisung
21. Oktober Volksbanken Raiffeisenbanken Stammdaten bestätigen wegen angeblicher technischer Umstellung
20. Oktober Amazon Prime-Gebühr angeblich nicht abgebucht
19. Oktober ING Angebliches Sicherheitsupdate mit 48-Stunden-Frist
16. Oktober comdirect Konto wegen angeblicher Betrugsversuche aktualisieren
15. Oktober ELSTER Angebliche Steuererstattung für 2025 gegen Kartendaten

Angaben laut Phishing-Radar der Verbraucherzentrale, Stand 22. Oktober 2026.

easybank: Echtzeit-Überweisung „aktivieren“

Unter dem Betreff „Wichtiges Update für Ihr EasyBank-Konto“ heißt es, die Echtzeit-Überweisung müsse verpflichtend aktiviert werden, bevor das Konto wieder normal nutzbar sei. Besonders dreist: Am Ende steht der Hinweis, die Bank werde niemals über einen Link nach vertraulichen Daten fragen. Genau das verlangt die Mail aber.

Volksbanken Raiffeisenbanken: Stammdaten bestätigen

Die Mail mit dem Betreff „Handlungsbedarf: Stammdatenbestätigung für Ihr Banking unerlässlich“ droht mit Einschränkungen beim Online-Banking. Auffällig sind laut Verbraucherzentrale das fehlende Logo und fehlende Details zur angeblichen Umstellung. Ein großer Button „STAMMDATEN JETZT BESTÄTIGEN“ soll Druck machen.

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Amazon: Zahlung fehlgeschlagen

Hier wird behauptet, die Gebühr für die Prime-Mitgliedschaft habe nicht abgebucht werden können. Du sollst deine Zahlungsdaten über einen Link aktualisieren. Die Mail spricht dich persönlich mit Namen an. Davon solltest du dich laut Verbraucherzentrale nicht täuschen lassen.

ING: Sicherheitsupdate mit Frist

Mit dem Betreff „Warnung: neue wichtige Nachricht!!“ verlangt die Mail, deine Identität innerhalb von 48 Stunden über einen Link zu bestätigen. Sonst drohe eine vorübergehende Kontosperrung.

comdirect: Konto „verifizieren“

Diese Mail begründet die angeblich nötige Aktualisierung mit Betrugsversuchen, nennt aber keine konkreten Details. Über einen Link „Verifizierung durchführen“ sollst du dein Konto bestätigen. Die Verbraucherzentrale nennt als Warnzeichen die fehlende Anrede, eine unseriöse Absenderadresse und die unkonkrete Begründung. Echte Hinweise deiner Bank findest du immer auch in der offiziellen App.

ELSTER: Steuererstattung gegen Kartendaten

Unter dem Betreff „AW: Ihr Steuerbescheid 2025 – Erstattung bestätigt“ wird eine Steuererstattung versprochen. Dafür sollst du bis zum 25. Oktober 2026 deine Kartendaten eingeben. Das Finanzamt fragt niemals per Mail nach Kartendaten.

So erkennst du Phishing

Laut BSI und Verbraucherzentrale solltest du misstrauisch werden, wenn mindestens eines dieser Merkmale zutrifft:

  • Zeitdruck: „Innerhalb von 48 Stunden“ oder „sofort bestätigen“.
  • Drohungen: Kontosperrung, Einschränkungen oder Datenverlust.
  • Abfrage sensibler Daten: PIN, TAN, Passwort oder Kartennummer.
  • Links oder Formulare in der Mail.
  • Unpassender Absender: Fahre mit der Maus über den Absender, ohne zu klicken. Oft steckt eine ganz andere Adresse dahinter.
  • Seltsame Internetadresse: Etwa ungewöhnliche Zahlen oder Zeichen im Namen der Bank.

Wichtig: Das Schloss-Symbol und „https://“ in der Adresszeile sind laut BSI keine Entwarnung mehr. Auch Betrüger nutzen verschlüsselte Webseiten. Ein weiteres klares Warnzeichen: Eine Seite fragt nach einer TAN, obwohl du gar keine Überweisung gestartet hast.

Auch per SMS und QR-Code

Betrüger nutzen nicht nur E-Mails. Laut Verbraucherzentrale kursieren auch Betrugs-SMS, das sogenannte Smishing. Beispiele sind angebliche Nachrichten von Paketdiensten, „Neue Voicemail“ oder eine angebliche „Drittanbietersperre“. Beim Quishing führen gefälschte QR-Codes auf betrügerische Seiten. Scanne QR-Codes deshalb nur, wenn du sicher weißt, woher sie stammen.

Das solltest du tun

  1. Nicht klicken: Öffne keine Links und keine Anhänge aus verdächtigen Mails.
  2. Nicht antworten: Verschiebe die Mail unbeantwortet in den Spam-Ordner.
  3. Selbst prüfen: Öffne die App deiner Bank oder tippe die bekannte Adresse selbst in den Browser. Dort siehst du, ob es wirklich eine Nachricht gibt.
  4. Melden: Leite die Mail an phishing@verbraucherzentrale.nrw weiter. Viele Firmen haben außerdem eine eigene Adresse für Phishing-Meldungen.
  5. Im Ernstfall schnell handeln: Hast du Daten eingegeben, ändere sofort dein Passwort und rufe bei Bankdaten deine Bank an, um das Konto sperren zu lassen.

Den besten Schutz für deine Konten bieten Passkeys. Sie funktionieren nur auf der echten Webseite. Mehr dazu liest du in unserem Artikel zu Passkeys. Wie du deinen Windows-PC zusätzlich absicherst, zeigt unser Antivirus-Test. Weitere Warnungen findest du in der Kategorie Phishing.

Für wen ist was wichtig?

  • Für Online-Banking-Nutzer: Deine Bank fragt nie per Mail nach PIN, TAN oder Stammdaten. Prüfe Nachrichten immer in der offiziellen App.
  • Für Online-Shopper: Zahlungsprobleme kontrollierst du direkt in deinem Kundenkonto, nicht über einen Link.
  • Für Steuerzahler: Das Finanzamt fragt nicht per Mail nach Kartendaten.
  • Für Eltern und ältere Angehörige: Sprich über diese Maschen. Wer sie kennt, fällt seltener darauf herein.

Begriffe kurz erklärt

  • Phishing: Betrugsversuch mit gefälschten Mails oder Webseiten, um an Daten zu kommen.
  • Smishing: Phishing per SMS.
  • Quishing: Phishing über gefälschte QR-Codes.
  • TAN: Eine Transaktionsnummer, mit der du Überweisungen bestätigst.
  • Stammdaten: Deine hinterlegten Daten wie Name, Adresse und Kontonummer.
  • Echtzeit-Überweisung: Eine Überweisung, die innerhalb von Sekunden beim Empfänger ankommt.

Quellen

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NEX Redaktion

Die NEX-Redaktion erklärt Technik verständlich: Smartphones, E-Mobilität, Smart Home, KI, Gaming und IT-Sicherheit – unabhängig und faktenbasiert.

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