
Gaming-PC für 1.000 Euro 2026: Was in der Speicherkrise noch geht
Bild: Jacek Halicki / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)
Kurz zusammengefasst: Ein Gaming-PC für 1.000 Euro ist 2026 schwieriger als früher, weil Arbeitsspeicher, SSDs und Grafikkarten durch die Speicherkrise viel teurer geworden sind. PC Games Hardware (PCGH) schlägt eine Selbstbau-Liste mit Intel Arc B580, AMD Ryzen 7 5700X und 32 GB DDR4 für rund 1.090 Euro vor. Wer genau bei 1.000 Euro bleiben muss, greift zum Ryzen 5 5600 und zur Arc B570. Warten lohnt sich laut PCGH eher nicht: Branchen-Insider erwarten auch 2027 keine Besserung.
Warum ist ein Gaming-PC so teuer geworden?
Seit Mitte 2025 sind die Preise für Speicherchips stark gestiegen. Große Hersteller verkaufen ihre Chips bevorzugt an Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Für normale PC-Teile bleibt weniger übrig. Laut PCGH ist man mit 1.000 Euro deshalb inzwischen am unteren Ende des sinnvollen Preisbereichs für einen Spiele-PC. Wie stark die Preise gestiegen sind, zeigen wir in unserem Artikel zu den Speicherpreisen im Oktober 2026.
Die Teileliste für Selbstbauer
PCGH hat seine Empfehlung am 8. Oktober aktualisiert. Die Liste setzt auf die ältere AMD-Plattform AM4, weil dort günstigerer DDR4-Speicher statt DDR5 passt.
| Bauteil | Modell | Preis ca. |
|---|---|---|
| Grafikkarte | Intel Arc B580, 12 GB | 350 € |
| Prozessor | AMD Ryzen 7 5700X (8 Kerne) | 150 € |
| Kühler | Arctic Freezer 36 Black | 25 € |
| Arbeitsspeicher | Corsair Vengeance LPX 32 GB DDR4-3200 | 215 € |
| Mainboard | MSI B550-A Pro | 105 € |
| SSD | Verbatim Vi5000, 1 TB | 130 € |
| Netzteil | FSP Vita BD, 650 W | 60 € |
| Gehäuse | Deepcool CC560 V2 | 55 € |
| Summe | ca. 1.090 € |
Preise laut PCGH, Stand 8. Oktober 2026, zuzüglich Versand.
Auffällig: Der Arbeitsspeicher kostet mit rund 215 Euro fast so viel wie Prozessor und Mainboard zusammen. Vor der Krise wäre das undenkbar gewesen.
So bleibst du unter 1.000 Euro
Wenn das Budget wirklich fest ist, empfiehlt PCGH zwei Änderungen:
- Ryzen 5 5600 statt Ryzen 7 5700X: ca. 110 Euro, sechs Kerne
- Intel Arc B570 mit 10 GB statt B580: unter 300 Euro
Damit hältst du das Preisziel ein. Nur 16 GB RAM für rund 110 Euro oder eine kleinere SSD solltest du laut PCGH nur im Notfall wählen. Ein weiterer Spartipp: Auf dem lokalen Gebrauchtmarkt gibt es manchmal gut erhaltene AMD-Boxed-Kühler für sehr wenig Geld.
Die Mindestanforderungen
PCGH nennt klare Grenzen. Ein Spiele-PC, der diese Werte nicht erreicht, sollte heute nicht mehr gekauft werden:
- 6 CPU-Kerne mit SMT: Ein Ryzen 5 5600 reicht für die meisten Spiele. Acht Kerne bieten mehr Reserven.
- 8 GB Grafikspeicher: Das reicht in Full HD meist für hohe Details. 10, 12 oder 16 GB sind aber zukunftssicherer.
- 16 GB Arbeitsspeicher: besser 32 GB. RAM kannst du später nachrüsten, Grafikspeicher nicht.
- NVMe-SSD: kostet kaum mehr als eine SATA-SSD. Festplatten sind für System und Spiele überholt.
Warum die Arc B580?
Im Bereich bis 350 Euro gibt es wenige Grafikkarten mit mehr als 8 GB Speicher. Die Intel Arc B580 bietet laut PCGH 12 GB und ist in vielen Fällen schneller als Nvidias Einsteigermodell GeForce RTX 5050. Mehr Grafikspeicher hilft vor allem bei höheren Auflösungen als Full HD und bei künftigen Spielen. Wichtig bei Intel-Karten: Aktiviere im BIOS die Funktion Resizable BAR, sonst verschenkst du Leistung.
Selbst bauen oder fertig kaufen?
| Selbstbau | Komplett-PC | |
|---|---|---|
| Kontrolle über Bauteile | volle Kontrolle | eingeschränkt |
| Zeitaufwand | hoch | keiner |
| Gewährleistung | pro Bauteil | für den ganzen PC |
| Lerneffekt | hoch | gering |
Laut PCGH kostet ein vergleichbarer Komplett-PC mit Ryzen 5 5600, 16 GB DDR4-3600, Arc B580 und 1-TB-SSD bei einem Partnerhändler rund 1.065 Euro. Mit 32 GB RAM liegt die Variante bei etwa 1.255 Euro. Für Einsteiger ohne Bastelerfahrung kann das die bessere Wahl sein.
Checkliste für den Zusammenbau
Wenn du zum ersten Mal einen PC baust, helfen dir diese Punkte:
- Kompatibilität prüfen: Ryzen 5000 und B550-Mainboard passen zusammen. Prüfe aber, ob das BIOS des Boards den Prozessor bereits unterstützt.
- RAM richtig stecken: Zwei Module gehören meist in die Steckplätze A2 und B2. Das Handbuch des Mainboards zeigt die richtige Belegung.
- XMP aktivieren: Erst damit läuft der Arbeitsspeicher mit der angegebenen Geschwindigkeit.
- Strom sauber verlegen: Die Grafikkarte braucht eigene Stromkabel vom Netzteil.
- Treiber aktualisieren: Installiere nach Windows den aktuellen Grafiktreiber direkt vom Hersteller.
Jetzt kaufen oder warten?
PCGH sieht im Preisbereich um 1.000 Euro keine wichtigen Neuheiten am Horizont. Laut Branchen-Insidern soll sich die Lage auch 2027 nicht verbessern, höchstens bei SSD-Speicher etwas beruhigen. Wer einen PC braucht, zahlt derzeit womöglich weniger als in den kommenden Monaten. Wer mit dem alten Rechner noch gut zurechtkommt, kann aber auch einzelne Teile aufrüsten, etwa nur die Grafikkarte.
PCGH weist außerdem auf ein psychologisches Detail hin: 999 Euro wirken günstiger als 1.027 Euro, obwohl der Unterschied unter 3 Prozent liegt. Wenn du für etwas mehr Geld deutlich mehr Leistung bekommst, sparst du langfristig oft, weil das nächste Aufrüsten später kommt.
Für wen ist dieser PC?
- Für dich, wenn du in Full HD oder WQHD spielst und ein ausgewogenes System suchst.
- Nicht für 4K mit Raytracing. Dafür brauchst du ein deutlich größeres Budget.
- Unterwegs spielen: Ein Windows-Laptop ohne eigene Grafikkarte ist keine Alternative, mehr dazu in unserem Laptop-Vergleich.
Begriffe kurz erklärt
- AM4 / AM5: Prozessor-Sockel von AMD. AM4 ist älter und nutzt DDR4, AM5 nutzt DDR5.
- SMT: Technik, mit der ein Kern zwei Aufgaben gleichzeitig bearbeitet.
- VRAM: Grafikspeicher auf der Grafikkarte.
- Resizable BAR: BIOS-Funktion, die der Grafikkarte schnelleren Zugriff auf den Speicher erlaubt.
- NVMe: schnelle Anbindung für SSDs über PCI Express.
Mehr Kaufberatungen findest du in der Rubrik Gaming-PCs.










