
Bild: KK IN HK / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)
Kurz zusammengefasst: Wenn du noch Windows 10 nutzt, bekommst du über das Programm Extended Security Updates (ESU) länger Schutz als geplant. Microsoft hat das Ende für Privatkunden vom Oktober 2026 auf den 12. Oktober 2027 verschoben. Bist du schon registriert, musst du nichts tun. Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ist die Teilnahme mit einem Microsoft-Konto kostenlos. Ohne Konto kostet sie einmalig rund 30 Euro. ESU liefert aber nur wichtige Sicherheitskorrekturen, keine neuen Funktionen.
Was hat sich geändert?
Der reguläre Support für Windows 10 endete am 14. Oktober 2025. Seitdem gibt es Sicherheitsupdates nur noch für PCs, die im ESU-Programm angemeldet sind. Ursprünglich sollte dieses Programm für Privatkunden im Oktober 2026 auslaufen.
Laut heise hat Microsoft seine Supportseiten im Juni 2026 still und leise angepasst. Der Hinweis auf die Verlängerung stand zunächst nur in einer Fußnote. Inzwischen nennt Microsoft auf seiner offiziellen ESU-Seite den 12. Oktober 2027 als Programmende. Für dich heißt das: Dein Windows-10-PC bleibt ein weiteres Jahr geschützt, wenn er registriert ist.
Wer kann ESU nutzen?
Laut Microsoft gelten diese Voraussetzungen:
| Voraussetzung | Details |
|---|---|
| Windows-Version | Windows 10, Version 22H2 |
| Editionen | Home, Pro, Pro Education, Workstations |
| Updates | Neueste Windows-Updates installiert |
| Vorbereitungspaket | KB5126256 |
| Benutzerkonto | Administratorkonto |
| Microsoft-Konto | erforderlich, kein Kinderkonto |
Angaben laut Microsoft.
Nicht möglich ist das Privatkunden-Programm für Geräte im Kiosk-Modus sowie für PCs, die mit einer Firmen-Domäne (Active Directory oder Microsoft Entra) verbunden oder in einer Geräteverwaltung (MDM) eingetragen sind. Für Firmen gibt es ein eigenes Programm.
Was kostet ESU?
- Im EWR mit Microsoft-Konto: kostenlos. Du musst aber weiter mit demselben Microsoft-Konto an Windows angemeldet bleiben. Meldest du dich bis zu 60 Tage lang nicht damit an, stoppt Microsoft die Updates. Dann musst du dich neu registrieren.
- Mit lokalem Konto: einmalig 30 US-Dollar oder der Gegenwert in Landeswährung, laut heise rund 30 Euro. Ein Microsoft-Konto brauchst du nur für den Kauf.
- Firmen: Laut heise rund 60 Euro pro PC im ersten Jahr, 120 Euro im zweiten und 240 Euro im dritten Jahr.
Eine Lizenz gilt für bis zu 10 Geräte. Das ist praktisch, wenn in deiner Familie mehrere ältere PCs laufen.
So meldest du deinen PC an
- Öffne Einstellungen > Update und Sicherheit > Windows Update.
- Installiere zuerst alle verfügbaren Updates.
- Erfüllt dein PC die Voraussetzungen, erscheint ein Link zur ESU-Registrierung. Wähle Jetzt registrieren.
- Melde dich mit deinem Microsoft-Konto an, wenn Windows danach fragt.
- Wähle die kostenlose Option (angemeldet bleiben) oder den einmaligen Kauf.
- Für weitere PCs wählst du dort Gerät hinzufügen, mit demselben Microsoft-Konto.
Wenn der Link nicht erscheint, fehlt oft noch ein Update. Prüfe auch, ob wirklich Version 22H2 installiert ist. Das siehst du unter Einstellungen > System > Info.
Was ESU leistet und was nicht
ESU liefert nur Updates, die Microsoft als kritisch oder wichtig einstuft. Neue Funktionen, Fehlerbehebungen ohne Sicherheitsbezug und technischen Support gibt es nicht. Programme anderer Hersteller unterstützen Windows 10 außerdem nach und nach nicht mehr. Browser und Antivirenprogramme solltest du deshalb im Blick behalten.
Microsoft betont: Auch mit ESU kannst du jederzeit auf Windows 11 wechseln, wenn dein PC die Hardware-Anforderungen erfüllt.
Was passiert, wenn du dich nicht registrierst?
Windows 10 läuft auch ohne ESU weiter. Du kannst den PC also normal starten, surfen und Programme nutzen. Allerdings bekommt das System seit Oktober 2025 keine Sicherheitsupdates mehr. Jede neu entdeckte Lücke bleibt offen. Angreifer nutzen solche bekannten Schwachstellen gezielt aus, zum Beispiel über manipulierte Webseiten oder E-Mail-Anhänge.
Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass Geräte vor der Registrierung gefährdeter sind. Du kannst dich aber bis zum Programmende jederzeit anmelden. Danach erhält dein PC alle kritischen und wichtigen Updates, die seit dem Support-Ende erschienen sind.
So bleibt dein Windows-10-PC bis dahin sicher
- Updates automatisch installieren: Lass Windows Update eingeschaltet und starte den PC regelmäßig neu.
- Browser aktuell halten: Chrome, Edge und Firefox bekommen eigene Updates. Prüfe, wie lange sie Windows 10 noch unterstützen.
- Virenschutz aktiv lassen: Der eingebaute Microsoft Defender erhält weiter neue Erkennungsdaten.
- Vorsicht bei Anhängen: Öffne keine unbekannten Dateien und Links.
- Backups machen: Sichere wichtige Dateien regelmäßig auf einer externen Festplatte oder in der Cloud. So bist du vorbereitet, wenn du später das Gerät wechselst.
Windows 11 oder neuer PC?
ESU verschafft dir Zeit, ist aber keine Dauerlösung. Spätestens im Oktober 2027 brauchst du eine Alternative:
- Kostenloses Upgrade auf Windows 11: Möglich, wenn dein PC unter anderem TPM 2.0 und einen unterstützten Prozessor hat. Die App „PC-Integritätsprüfung“ von Microsoft zeigt dir das an.
- Neues Gerät: Einen Überblick über aktuelle Modelle bietet unser Windows-Laptop-Vergleich 2026.
- Anderes System: Wer offen für einen Wechsel ist, findet in unserem Artikel zu macOS 27 einen Blick auf Apples aktuelles System. Auch Linux kann für ältere PCs eine Option sein.
Bedenke beim Neukauf, dass Arbeitsspeicher und SSDs derzeit sehr teuer sind. Ein Upgrade des vorhandenen PCs kann sich deshalb besonders lohnen.
Für wen ist das wichtig?
- Privatnutzer mit älteren PCs: Du gewinnst ein Jahr, ohne sofort neue Hardware zu kaufen.
- Familien: Mit einer Lizenz kannst du bis zu zehn Geräte schützen.
- Kleine Firmen: Das kostenlose Privatkunden-Programm ist für den geschäftlichen Einsatz nicht vorgesehen.
Begriffe kurz erklärt
- ESU (Extended Security Updates): bezahltes oder kostenloses Zusatzprogramm für Sicherheitsupdates nach dem Support-Ende.
- 22H2: die letzte Funktionsversion von Windows 10.
- EWR: Europäischer Wirtschaftsraum, also die EU plus Island, Liechtenstein und Norwegen.
- TPM 2.0: Sicherheitschip, den Windows 11 voraussetzt.
Weitere Artikel zu Microsofts Betriebssystem findest du in der Rubrik Windows.










