Anzeige
Mehrere aufgeklappte Laptops mit Ubuntu auf einem Tisch bei einer Ubuntu-Party

Ubuntu 26.10 „Stonking Stingray“: Linux 7.3, GNOME 51 und mehr

Bild: Ubuntu Party / CC BY-SA 2.0 (Wikimedia Commons)

Anzeige

Kurz zusammengefasst: Canonical hat am 15. Oktober 2026 Ubuntu 26.10 mit dem Codenamen „Stonking Stingray“ veröffentlicht. Die Version bringt den Linux-Kernel 7.3, den Desktop GNOME 51, vollständig auf Rust umgestellte Coreutils und Grafiktreiber aus Mesa 26.2. Neu sind außerdem eine Treiberseite im App Center und eine Vorschau der lokalen Spracheingabe Myna. Ubuntu 26.10 ist eine Zwischenversion mit 9 Monaten Support bis Juli 2027. Wer Stabilität sucht, bleibt besser bei Ubuntu 26.04 LTS.

Was ist eine Zwischenversion?

Ubuntu erscheint zweimal im Jahr, im April und im Oktober. Alle zwei Jahre gibt es im April eine LTS-Version (Long Term Support) mit fünf Jahren Standard-Support. Die letzte war Ubuntu 26.04 LTS. Dazwischen kommen Zwischenversionen wie 26.10. Sie bringen neue Software früher, werden aber nur neun Monate lang unterstützt. Danach musst du auf die nächste Version wechseln.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Bereich Neu in Ubuntu 26.10
Kernel Linux 7.3
Desktop GNOME 51
Grafiktreiber Mesa 26.2
Systemwerkzeuge Coreutils komplett in Rust
Compiler GCC 15 als Standard
Neue Plattformen Desktop-Images für RISC-V, optimierte amd64v3-Images
Support 9 Monate, bis Juli 2027

Angaben laut Ubuntu-Release-Notes und Phoronix.

Anzeige

GNOME 51: flüssiger und praktischer

Laut den offiziellen Release-Notes bringt GNOME 51 viele kleine, aber spürbare Verbesserungen:

  • Mehr Leistung: Animationen laufen auch unter Last flüssiger.
  • Helligkeit: Der Desktop merkt sich die Bildschirmhelligkeit nach einem Neustart.
  • Tablets und Convertibles: Automatische Bildschirmdrehung und eine Sperre für die Ausrichtung.
  • Touchpad: Es kann sich automatisch abschalten, sobald eine Maus angeschlossen ist.
  • Dateien: Beim Ziehen mehrerer Dateien zeigt der Dateimanager deren Anzahl an.
  • Kalender: reagiert schneller, vor allem in der Monatsansicht.
  • Fernzugriff: Remote Desktop unterstützt Smartcards und Kerberos-Anmeldung.
  • PDFs: Die App Papers kann sichtbare Unterschriften einfügen. Das sind aber nur Anmerkungen, keine kryptografisch geprüften Signaturen.

Auch die Barrierefreiheit wurde verbessert. Die Einstellung für reduzierte Bewegung greift an mehr Stellen, und der Bildschirmleser Orca wurde überarbeitet.

App Center: Treiber und Codecs

Das App Center zeigt Snap- und Debian-Pakete jetzt in einer einheitlichen Detailansicht. Du siehst dort Herausgeber, Bewertungen, Berechtigungen, Version und Größe auf einen Blick.

Neu ist eine eigene Seite für Treiber. Dort kannst du verfügbare Grafiktreiber vergleichen, auch verschiedene Versionen der Nvidia-Treiber. Fehlt beim Abspielen einer Datei ein Codec, kann das App Center ihn bei Bedarf nachinstallieren. Das ist besonders für Einsteiger hilfreich.

Anzeige

Myna: Spracheingabe als Vorschau

Spannend ist Myna. Es ist eine frühe Vorschau einer Spracheingabe für den Ubuntu-Desktop. Du hältst eine Taste gedrückt und diktierst Text in die gerade geöffnete App. Laut Canonical läuft die Erkennung lokal auf deinem Rechner. Es werden keine Audiodaten an einen Online-Dienst geschickt. Myna ist nicht vorinstalliert, und die Funktionen können sich bis zur stabilen Version noch ändern. Mehr zu KI-Helfern im Alltag liest du in unserem Ratgeber zu KI-Tools.

Sicherheit und Unternehmen

  • Festplattenverschlüsselung: Auch Rechner ohne spezielle Hardware-Vertrauensbasis können jetzt mit TPM-gestützter Vollverschlüsselung installiert werden, wenn zusätzlich eine PIN oder Passphrase gesetzt ist.
  • Anmeldung im Firmennetz: Die Unternehmens-Authentifizierung wurde laut Phoronix verbessert.
  • Rust-Coreutils: Grundlegende Befehle wie ls oder cp stammen jetzt aus einer neu geschriebenen Rust-Version. Rust gilt als sicherer gegenüber typischen Speicherfehlern.

Weitere kleine Neuerungen

Die Einstellungen zeigen jetzt an, ob dein Computer offiziell für Ubuntu zertifiziert ist. Dafür fragt Ubuntu eine Hardware-Datenbank ab und speichert das Ergebnis zwischen, damit nicht ständig neu geprüft wird. Außerdem gibt es neue Hintergrundbilder, darunter Motive aus einem Wettbewerb der Community.

So kommst du auf Ubuntu 26.10

Neuinstallation: Lade das Abbild von der offiziellen Ubuntu-Webseite herunter. Schreibe es mit einem Programm wie balenaEtcher oder dem Ubuntu-eigenen Startmedien-Ersteller auf einen USB-Stick mit mindestens 8 GB. Starte den PC von diesem Stick. Du kannst Ubuntu zuerst ausprobieren, ohne etwas zu installieren.

Upgrade von 25.10: Öffne die Anwendung Aktualisierungsverwaltung. Sie bietet dir das Upgrade an, sobald es für dein System freigegeben ist. Canonical verteilt neue Versionen oft schrittweise, deshalb kann es einige Tage dauern.

Upgrade von 26.04 LTS: Standardmäßig bietet eine LTS-Version nur das nächste LTS-Upgrade an. Willst du trotzdem auf 26.10 wechseln, musst du in den Einstellungen unter Software & Aktualisierungen die Benachrichtigung auf „Für jede neue Version“ umstellen. Bedenke: Danach musst du alle neun Monate weiter aktualisieren.

Varianten

Neben dem normalen Ubuntu sind laut Phoronix auch die offiziellen Varianten erschienen: Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu, Ubuntu MATE, Ubuntu Budgie, Ubuntu Cinnamon, Ubuntu Studio, Ubuntu Unity, Edubuntu und Ubuntu Kylin. Für ältere Rechner sind Xubuntu und Lubuntu mit ihren schlanken Oberflächen interessant.

Lohnt sich das Update?

  • Du nutzt 26.04 LTS: Bleib im Zweifel dabei. LTS ist stabiler und länger unterstützt.
  • Du willst neue Hardware nutzen: Der neuere Kernel und Mesa 26.2 helfen bei aktuellen Grafikkarten und Laptops.
  • Du kommst von Windows 10: Ubuntu kann eine kostenlose Alternative für ältere PCs sein. Für Einsteiger ist aber 26.04 LTS die bessere Wahl. Wie es mit Windows 10 weitergeht, erklärt unser Artikel zu den verlängerten Sicherheitsupdates bis 2027.

Vor einem Upgrade solltest du immer eine Sicherung deiner Daten machen.

Begriffe kurz erklärt

  • Kernel: der Kern des Betriebssystems, der mit der Hardware spricht.
  • GNOME: die Desktop-Oberfläche von Ubuntu.
  • Mesa: freie Grafiktreiber für AMD- und Intel-Grafik.
  • RISC-V: offene Prozessorarchitektur, die immer häufiger genutzt wird.
  • TPM: Sicherheitschip zum Schutz von Schlüsseln, etwa für die Verschlüsselung.

Weitere Themen rund um freie Betriebssysteme findest du in der Rubrik Linux.

Quellen

Anzeige
NEX Redaktion

Die NEX-Redaktion erklärt Technik verständlich: Smartphones, E-Mobilität, Smart Home, KI, Gaming und IT-Sicherheit – unabhängig und faktenbasiert.

Ähnliche Beiträge