
Bild: Benlisquare / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)
Kurz zusammengefasst: Der Wettlauf bei Bild-KIs geht weiter. OpenAI hat am 8. September 2026 ChatGPT Images 2.5 veröffentlicht. Es liefert schärfere Details, bearbeitet Bilder über mehrere Schritte zuverlässiger und soll bis zu 50 Prozent schneller sein. Google antwortete Anfang Oktober mit Nano Banana 2.1 auf Basis von Gemini 3.6 Flash. Das Modell ist vor allem günstiger: Ein Bild in 1K-Auflösung kostet über die API rund 3,4 US-Cent. Für Nutzer in Europa gilt: KI-Bilder sollten gekennzeichnet werden, und das Urheberrecht hat Grenzen.
Nano Banana 2.1: schnell und günstig
„Nano Banana“ ist der Spitzname für Googles Bildmodelle in Gemini. Die neue Version 2.1 baut auf Gemini 3.6 Flash auf und wird seit Anfang Oktober 2026 schrittweise verteilt. Laut Google kann sie:
- Bilder in 1K, 2K und 4K erzeugen
- bis zu 14 Referenzbilder gleichzeitig verarbeiten, etwa um eine Person oder ein Produkt in mehreren Bildern gleich aussehen zu lassen
- Bilder im Gespräch bearbeiten: „Mach den Himmel dunkler“, „Setz ein Logo oben links ein“
- Text in Bildern lesbar darstellen, etwa auf Plakaten oder Infografiken
Über die Gemini-API kostet ein 1K-Bild laut Google rund 0,0336 US-Dollar. Das ist etwa halb so viel wie beim Vorgänger. Alle Bilder enthalten das unsichtbare Wasserzeichen SynthID, mit dem Google KI-Inhalte erkennbar macht.
In der Gemini-App ist das neue Modell laut Berichten zunächst in den kostenpflichtigen Abos verfügbar. Kostenlose Nutzer können weiter Bilder erstellen, aber mit Einschränkungen.
ChatGPT Images 2.5: Qualität und Bearbeitung
OpenAI hat mit ChatGPT Images 2.5 das Bildmodell in ChatGPT aktualisiert. Laut OpenAI bringt es:
- schärfere Details und bessere Darstellung von Text
- zuverlässigere Bearbeitung über mehrere Schritte, ohne dass sich das Bild bei jeder Änderung komplett verändert
- höhere Treue zu Referenzfotos
- bis zu 50 Prozent schnellere Erzeugung
Für Entwickler gibt es zwei Varianten: GPT-Image-2.5 Flare für schnelle Alltagsbilder und GPT-Image-2.5 Sunburst für höhere Qualität und präzise Bearbeitung. In öffentlichen Ranglisten, in denen Nutzer Bilder blind vergleichen, liegen die OpenAI-Modelle derzeit vorn. Solche Ranglisten sind aber nur ein Anhaltspunkt, denn die eigene Aufgabe zählt mehr als der Durchschnitt.
Und Midjourney?
Midjourney bleibt bei Künstlern und Designern beliebt, vor allem wegen des eigenen, oft malerischen Stils. Die Plattform arbeitet seit einiger Zeit mit einer Web-Oberfläche statt nur über Discord. Kostenlose Tests gibt es nur eingeschränkt, die Abos beginnen bei rund 10 US-Dollar im Monat. Zu den genauen Details der aktuellen Modellversion gibt es unterschiedliche Angaben, daher solltest du vor dem Abo selbst ausprobieren, ob der Stil zu deinen Projekten passt.
Vergleich
| Werkzeug | Stärke | Zugang | Kosten |
|---|---|---|---|
| Nano Banana 2.1 (Google) | schnell, günstig, viele Referenzbilder | Gemini-App, API | API ca. 0,034 $ pro 1K-Bild |
| ChatGPT Images 2.5 (OpenAI) | Detailtreue, Bearbeitung | ChatGPT, API | im ChatGPT-Abo, API nach Nutzung |
| Midjourney | künstlerischer Stil | Web | Abo ab ca. 10 $ pro Monat |
Angaben laut Herstellern, Stand Oktober 2026.
Wofür nutzt man Bild-KI sinnvoll?
- Präsentationen und Social Media: schnelle Illustrationen ohne Stockfoto-Suche
- Produktfotos: Hintergründe tauschen oder Varianten erstellen
- Ideen visualisieren: Moodboards für Wohnung, Garten oder Logo-Entwürfe
- Bildbearbeitung: störende Objekte entfernen, Licht anpassen
Weniger geeignet sind Bild-KIs für Aufgaben, bei denen es auf echte Fakten ankommt, etwa für Nachrichtenbilder oder Dokumentation. Hier können erzeugte Bilder schnell in die Irre führen.
Grenzen der Bild-KI
Auch die neuen Modelle sind nicht fehlerfrei. Typische Schwächen sind:
- Hände und Details: Finger, Schmuck oder kleine Objekte sehen manchmal unnatürlich aus.
- Schrift: Längere Texte enthalten oft Tippfehler oder erfundene Buchstaben.
- Logik: Spiegelungen, Schatten und Perspektiven passen nicht immer zusammen.
- Konsistenz: Dieselbe Figur sieht in mehreren Bildern unterschiedlich aus, wenn man keine Referenzbilder nutzt.
Außerdem blockieren die Anbieter bestimmte Inhalte. Bilder von Gewalt, sexuelle Darstellungen oder realistische Bilder bekannter Politiker werden meist abgelehnt. Das ist gewollt und soll Missbrauch verhindern.
Kennzeichnung und AI Act
Die EU-KI-Verordnung (AI Act) enthält Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte. Anbieter sollen künstlich erzeugte Bilder maschinenlesbar markieren, etwa per Wasserzeichen. Wer realistische Bilder von echten Personen oder Ereignissen verbreitet, sogenannte Deepfakes, muss offenlegen, dass sie künstlich erzeugt sind. Die Pflichten gelten gestaffelt, einzelne Übergangsfristen werden noch diskutiert. Für dich als Nutzer heißt das: Kennzeichne KI-Bilder, wenn du sie veröffentlichst, besonders bei realistischen Motiven.
Urheberrecht: Was du wissen solltest
In Deutschland sind rein KI-generierte Bilder in der Regel nicht urheberrechtlich geschützt, weil sie keine persönliche geistige Schöpfung eines Menschen sind. Das bedeutet auch: Andere dürfen sie unter Umständen weiterverwenden. Problematisch wird es, wenn du geschützte Figuren, Marken oder den Stil lebender Künstler nachahmst. Auch Persönlichkeitsrechte gelten: Bilder echter Personen ohne deren Zustimmung zu erzeugen und zu verbreiten, kann rechtswidrig sein. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.
So schreibst du bessere Prompts
- Motiv zuerst: Was ist zu sehen? „Ein roter Fahrradanhänger vor einer Backsteinwand“
- Stil und Licht: „Fotografie, weiches Morgenlicht“ oder „Aquarell“
- Format: Hochformat für Stories, Querformat für Präsentationen
- Schrittweise verbessern: Lieber kleine Änderungen nacheinander als einen langen Prompt
- Text prüfen: Auch gute Modelle machen bei Schrift noch Fehler
Für wen lohnt sich was?
- Gelegentlich, kostenlos: Die Gratis-Versionen von Gemini und ChatGPT reichen für die meisten Zwecke.
- Viel Bearbeitung: ChatGPT Images 2.5 punktet bei schrittweisen Änderungen.
- Entwickler, große Mengen: Nano Banana 2.1 ist über die API besonders günstig.
- Kreative Projekte: Midjourney bleibt eine starke Wahl für künstlerische Bilder.
Einen Überblick über die großen Sprachmodelle gibt unser KI-Überblick Herbst 2026. Praktische Tipps findest du im Ratgeber KI im Alltag.
Begriffe kurz erklärt
- Prompt: Textbeschreibung, aus der die KI ein Bild erzeugt.
- Referenzbild: Vorlage, an der sich die KI orientieren soll.
- SynthID: unsichtbares Wasserzeichen von Google für KI-Inhalte.
- Deepfake: realistisch wirkende, künstlich erzeugte Darstellung echter Personen.
Weitere Artikel findest du in der Rubrik Bild-KI.










